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Digitales Augenzwinkern auf der UNPAINTED 2014

Morgen geht die erste UNPAINTED media art fair in München zu Ende. Die Kommunikation für eine Kunstmesse zu übernehmen, die sich mit Medien-, Digital- und Computerkunst beschäftigt, war für mich von Anfang eine Aufgabe, auf die ich mich sehr gefreut habe.

Computerkunst und Medienkunst sind ja an sich nichts Neues. Die frühen digitalen Computergrafiken von A. Michael Noll, Georg Nees und Frieder Nake aus den 60er Jahren sind berühmt und wurden auf der UNPAINTED mit einer Retrospektive bedacht, die Wolf Lieser, der Direktor des Digital Art Museum [DAM], kuratiert hat.

Dass eine solche Messe auch für Deutschland bzw. München längst überfällig war, bestreitet niemand, der in der Kunstszene zu Hause ist. Jetzt ist sie da, und das ist das Neue. Und um mal aus meinem eigenen Pressetext zu zitieren:

… insgesamt 50 Aussteller aus den Kunstmetropolen der Welt werden mit einem Stand im Münchner Postpalast vertreten sein. Darunter einflussreiche Galerien wie bitforms (New York), die in München Werke des Londoner Visual Artist Quayola zeigen wird. Die Xpo gallery (Paris) reist mit Werken des Hackers/Künstlers Evan Roth an, Steve Turner Contemporary (Los Angeles) kommt mit Rafaël Rozendaal und Petra Cortright nach München, die arthobler gallery (Zürich) mit Video Artist Jakob Nepraš und mit dem dänisch-indischen Künstlerpaar Pors & Rao, das für seine außergewöhnlichen Hightech-Kunstwerke in der Branche bekannt ist. Weitere Aussteller sind die Galerie Charlot (Paris), Christinger de Mayo (Zürich), die Galerie Rüdiger Schöttle (München) mit dem dänischen Videokünstler David Claerbout, THE VIEW (Silentien, Schweiz) sowie Louise Alexander Gallery (Porto Cervo, IT) mit dem französischen Digital Artist Miguel Chevalier. Ebenfalls vertreten sein werden die Galerie Anita Beckers (Frankfurt) mit Werken des österreichischen Künstlers Peter Weibel sowie die Galerie Merhart (Istanbul) und die TRANSFER gallery (New York).

Namedropping Ende.

Was hinter diesen Namen an kreativem Output steckt ließ sich nur auf der Messe selbst so richtig erfahren. Das Grundrauschen in dieser ganzen großartigen Kunst ist für mich, der aus einer der ersten Generationen kommt, die mit dem Computer im Kinderzimmer aufgewachsen sind und in der Schule eine Programmiersprache gelernt haben, klar verständlich. Der digitale Sound, durch den ich geprägt bin, kommt fast immer mit einem Augenzwinkern daher, selbst wenn es mal politisch wird. Themen, die in Malerei und Bildhauerei schnell sehr ernst ausfallen – die Medienkunst (und erst recht die digitale) kann sie oft leicht abfangen.

Gerade eben habe ich noch gestaunt über Kim Asendorfs „Los Angeles Offline“ aus seiner Bildserie „America Offline“, die er mit 45 Grad Google Maps Tiles von ausgewählten US-Städten erstellt hat:

Mittels eines eigens für diesen Zweck geschriebenen Java-Apps wurden die benötigten Kartenteile direkt von Google herunterladen. Das Skript verwendete mehrere Proxy-Verbindungen, um die Google-Limits zu umgehen. Die Serie besteht aus 12 Bildern, einschließlich Städte wie Chicago, Seattle, Miami und Las Vegas. Jedes Bild besteht aus 2.304 Kartenkacheln, mit einer Größe von 256 mal 256 Pixel, die in der ursprünglichen Anordnung zusammengesetzt wurden. Die entstandenen Ausschnitte der Satellitenaufnahmen können in ihrer Gesamtheit aufgrund ihrer Größen nicht auf Google Maps erfasst werden. In letzter Instanz wurden ausgewählte Pixel mit Hilfe eines ausgeklügelten Algorithmus Names ‚Pixel Sorting‘ sortiert.

Noch Fragen? Ich habe keine. Nur den Preis wollte ich wissen.

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Kim Asendorf: Los Angeles Offline (From the series America Offline), 2013
77x138cm, Diasec

 

Auch Kims Kunst-Partner Ole Fach habe ich von jetzt an auf dem Radar:

Das Projekt Deep Blue Google zeigt die Weltmeere von Google Maps auf eine spezielle Art und Weise. Die teilweise fehlerhaften und unnatürlichen Ausschnitte zeigen die Natur von einer anderen Seite.

Da tauchen Fragen bei mir auf, aber Oles Bild gehört trotzdem zu meinen Favoriten:

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Ole Fach: Deep Blue Google, 2013

Überhaupt, unsere Lab 3.0-Sektion hat es mir angetan: Hier bekamen „Künstler ohne Anbindung an eine Galerie in einer eigens kuratierten Sektion die Möglichkeit, in direkter Nachbarschaft zu den teilnehmenden renommierten und jungen Galerien eine Förderkoje zu beziehen. Von dort aus konnten sie ihre Werke direkt an Sammler und Besucher verkaufen und die Galerien vor Ort zu einer Entdeckungstour einladen.“

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Hu Weiyi, Keep crawling

In seiner Videoarbeit „Keep crawling“ lässt der 23-jährige Hu Weiyi aus Shanghai mechanische Spielzeugsoldaten über eine stark befahrene Straße robben und zeigt was passiert. Nach München zur UNPAINTED kam er zusammen mit seinem Vater Hu Jie Ming, dessen Arbeit „A World is Under Construction“ sogar um einiges webbiger als die seines Sohnes daher kommt:

A virtual image of a planet will be seen intuitively in “A World is Under Construction”. There are some pictures on the surface of the planet, with come from spectators’ private information, and then sent via mobiles. In the exhibition, spectators can observe details of this planet by zooming in, moving, and clicking the virtual world consisted of private information.

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Hu Jie Ming: „A World is Under Construction“

Auf einer Kunstmesse kann man einkaufen gehen. Auch Apps für 2.99 Euro gab es auf der UNPAINTED. Doch Kunst für die Wand kostet meistens mehr. Mit den Werken, die mir ins Auge gefallen sind, könnten Galerien und Künstler einen neuen Typ Käufer und Sammler erreichen, der ganz unbedarft mit seinem Know-how über Coding, Algorithmen und Big Data im Gepäck Lust auf Kunst aus seinem Kosmos bekommen kann. Mir zumindest hat es in den Fingern gejuckt.

UNPAINTED Unique TV Night Event from ikonoTV on Vimeo.

(Teaserbild: Rive Díaz Bernal – „Autocontemplative Surveillance“, neonrex.tumblr.com)

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