B2B Content Marketing

Über digitale Kommunikation für Unternehmen und Marken

Lügen, betrügen und an falscher Stelle verkaufen. Google sieht alles.

Google macht zur Zeit Jagd auf Agenturen, die mit Linknetzwerken arbeiten. In einem Tweet von heute verkündet Matt Cutts, Googles „Head of the webspam“, dass sein Team in Deutschland aktiv geworden sei und es erste manuelle Abstrafungen in der Sache ausgeteilt hätte. Bereits Ende Januar hatte er die Aktion per Twitter angekündigt.

Wer die deutsche SEO-Agentur ist, die es heute abbekommen hat, ist (noch) nicht bekannt geworden. Auch deren Kunden ahnen noch nichts. Eigentlich wussten die nie etwas Genaues, auf welche Art die Verweise auf ihre Seiten zustande kommen. Es gibt also für ein paar Unternehmen ein böses Erwachen in den nächsten Wochen.

Linknetzwerke sind eine Möglichkeit, sich die ersten Plätze bei einer Suchanfrage zu sichern. Wie man sieht keine besonders zuverlässige, sicher aber eine sehr teure, wenn man zu dem Agentur-Honorar noch den Imageverlust rechnet, mit dem man als betroffenes Unternehmen leben muss. Das Katz- und Mausspiel zwischen Google und den deutschen SEO-Agenturen geht auf Kosten von Firmen, die entweder nicht genügend über die Gefahren aufgeklärt wurden oder sich noch nie ernsthaft mit dem Geschäftsmodell von Google auseinandergesetzt haben. Oder beides. Aber eigentlich schadet es uns allen.

Das Auftauchen von Google vor gerade mal 15 Jahren hat viel verändert. Unsere kompletten Bedürfnisse werden direkt oder indirekt von der Suchmaschine bedient: Essen, Trinken, Sex, Unterhaltung, Arbeit, Einkaufen, Bildung, Kommunikation. Fehlt was? Bestimmt. Nur ganz wenige Menschen auf dem Globus sind davon ausgeschlossen, und auch das wird sich in naher Zukunft wohl ändern.

Es gibt heute weder eine Altersgruppe über 10 Jahre noch eine Berufsgruppe, egal wie hoch das Einkommen ist, von der nicht die Mehrheit ihre Entscheidungen davon abhängig macht, was Andere in den sozialen Netzwerken, in Kommentaren oder auf Bewertungsportalen zu ihrem  Thema äußern. Kein Unternehmenszweig ist davon ausgenommen oder nicht betroffen von den Veränderungen, die das mit sich gebracht hat. Und es sieht nicht aus, als ob das Ganze nur ein Sturm war, der bald wieder abflaut.

Auch wenn es über alle Platformen im Internet hinweg gekaufte und gefälschte Bewertungen, Verlinkungen und Kommentare gibt, so kann jeder weiterhin mit originellem, eigenen Content in Nullkommanichts eine hohe Aufmerksamkeit erreichen. Fast jede Woche macht ein neues „virales Video“ die Runde. Selten stecken dahinter Konzerne mit viel Geld. Aber so langsam verstehen auch die, wie man es macht:

Die SEO-Tricksereien, die eingekauften Facebook-Fans, die gefälschten Hotelbewertungen. Alles das spielt den Skeptikern eines neuen, selbstbestimmten Marketings in die Hände. Das ist der wahre Schaden. Der Unternehmer, der resigniert seine Internetaktivitäten vernachlässigt, weil der mit der großen Brieftasche doch wieder die besseren Chancen hat.

Ob es nun eine Bierfirma ist oder der Klempner um die Ecke, beide verfügen heute mehr oder weniger über die gleichen Tools, um ihre Kunden zu erreichen. Natürlich hat ein internationaler Getränkekonzern mehr Möglichkeiten, wenn es darum geht, eine große Anzahl an Menschen in kurzer Zeit anzusprechen. Aber der Klempner braucht eine solche Aufmerksamkeit nicht. Für seine Zwecke genügen regelmäßig einige Beiträge auf seiner Firmenwebsite über „Wassersparen mit dem neuen Swimming-Pool“ oder „Erste Hilfe bei tropfenden Wasserhähnen“. Es gibt Momente im Leben, da ist nichts wichtiger, als eine gute Anleitung, wie man einen tropfenden Wasserhahn zum Schweigen bringt.

Doch auch der Klempner kann es falsch anpacken. Wenn er seine hilfreichen Beiträge, die Google mit der Zeit brav auf der ersten Suchergebnisseite gelistet hat, plötzlich mit plumpen Hinweisen spickt, dass sein erfahrener Meisterbetrieb das Problem am besten löst, dann ist wieder niemandem geholfen. Nicht dem Kunden mit dem tropfenden Wasserhahn und nicht dem Klempner, der seine relevanten Inhalte in einen Salespitch verwandelt hat. Google aber sucht sich nun einen anderen Kandidaten, den es lieber oben rankt. Bis heute gehörten dazu Firmen, die sich SEO-Agenturen mit Linknetzwerken leisten konnten. Bald taucht dort vielleicht der Klempner aus dem Nachbardorf auf. Und wir können wieder ungestört schlafen.

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