B2B Content Marketing

Über digitale Kommunikation für Unternehmen und Marken

So starten Sie mit einem eigenen YouTube-Kanal ins B2B Video-Marketing

Noch sind die Etats für Werbung mit Onlinevideos vergleichsweise klein. Nur zirka zehn Prozent der Aufwendungen für Werbung insgesamt in Deutschland wurde im vergangenen Jahr in Online-Werbung investiert, gewöhnliche Werbebanner mitgezählt. Vor allem wenn man Leute unter 30 erreichen will, führt kein Weg an YouTube vorbei. Eine beachtliche Zielgruppe, unter der auch angehende Entscheider sind, die man nicht außen vorlassen möchte. Videoinhalte helfen Ihnen, Ihr Publikum auf einer emotionaler Ebene zu erreichen. Auch im B2B-Segment ist das ein wichtiger Bestandteil des Kaufprozesses.

Einige Zahlen zum Einstieg:

Nutzer teilen Ihre Inhalte freiwillig und unentgeltlich
Wenn Unternehmen heute mit mir über eine Videoproduktion sprechen, dann wird als Erstes ein bekanntes lustiges Beispiel angeführt. So wie der „Supergeil“-Clip mit Friedrich Liechtenstein, der tausendfach über Facebook und Twitter geteilt wurde. Interessanter als der Erfolg ist aber der Mechanismus: „Earned Media“ nennen Werber diesen Effekt: Die Nutzer teilen die Werbung freiwillig – für den Werbetreibenden entsteht kein Aufwand. Eine solche Reichweite wäre im klassischen TV mit einer Clip-Länge von über drei Minuten unbezahlbar.

Glaubwürdigkeit und Umsätze steigern mit Videos
Zurück zum B2B-Markt. Auch hier wie bei jedem anderen Thema gehen Ihre Kunden über die Internetsuche auf die Jagd nach dem für sie interessantesten Angebot oder dem kompetentesten Problemlöser. Für den Kaufprozess kann ein YouTube-Kanal dann entscheidend sein, wenn Ihr potentieller Kunde bei den Video-Clips des Mitbewerbers landet und dort die Antworten auf seine Fragen findet anstatt bei Ihnen.

90 Prozent der YouTube-Kanäle von Unternehmen sind Archive
Schaut man sich die YouTube-Kanäle von Unternehmen näher an, stellt man fest, dass es sich bei 90 Prozent um Archive handelt, in denen sämtliche Clips landen, ob viral-fähig oder nicht. Auf dem Kanal von Siemens finden sich etwa mehr als 5.000 Videos – darunter Clips, die älter als sechs Jahre sind und nur wenige hundert Mal angesehen wurden. Veraltete TV-Werbungen, veraltete Image-Filme – allesamt Videos, die augenscheinlich nicht für soziale Netzwerke produziert wurden.

Inhalte, die auf den Social-Media-Kanälen herausstechen und einzigartig sind, werden von den Nutzern gerne geteilt, selbst wenn es sich dabei um einen Clip einer Marke handelt. Wichtig ist nur, dass der Film sich nicht wie eine Werbung anfühlt, die Marke sollte im Hintergrund bleiben und sich nicht aufdrängen. Es sei denn, das gehört zum Konzept, und man geht es beispielsweise mit einem Augenzwinkern an (Ricky Gervais für Optus). Humoristisches kommt natürlich bei Vielen gut an (ein schönes B2B-Beispiel: IBMs Mainframe-Video). Man kann auch mit dem Video-Format spielen, Farben verfremden oder einen Clip ganz in Schwarzweiß drehen. Für einen Kunden haben wir zuletzt anstatt eines der üblichen Erklärvideos mit Zeichnungen zu produzieren, einen Pantomimen den Text “bebildern” lassen. Oder wie wäre es mit einer Animation, die die Geschichte Ihres Produktes erzählt.

Kommen Sie zur Sache!
Nun, worüber wollen Sie in Ihrem Video-Clip sprechen? Dafür sind nur Sie selbst der beste Experte. Viel wichtiger ist: Kommen Sie schnell zur Sache. Kein Intro, keinen Vorspann, keine Logoeinblendung am Anfang. Wenn nach acht Sekunden keine Botschaft beim Zuschauer ankommt, die für ihn relevant ist, dann wird der Clip weggeklickt. Und nicht nur das. Videos, die früh abgebrochen werden, erscheinen im Search Ranking viel weiter hinten. Alles was hier schlechter als der Durchschnitt ist, wird gnadenlos abgewertet von den Suchalgorithmen. Die Zuschauer möchten kein Logo sehen, sondern Gesichter.

Studien belegen, dass 57 Prozent der Videos mittlerweile auf dem Smartphone geschaut werden. Dem sollte man gerecht werden und darauf achten, dass man viele Nahaufnahmen verwendet, die auf dem kleinen Bildschirm besser zu sehen sind. Ein weiterer guter Grund, mit einer Interviewsituation Ihren Youtube-Kanal zu eröffnen.

Zwei Botschaften = zwei Clips
Die Erfolgsstrategie von YouTube waren schon immer die mundgerechten, kurzen Clips. Denken Sie nicht, Sie könnten das ändern. Stattdessen nutzen Sie die Chance, sich in ein bis drei Minuten auf eine Sache zu konzentrieren, die Sie in der kurzen Aufmerksamkeitsspanne, die Ihnen zur Verfügung steht, Ihrem Publikum vermitteln wollen. Bleiben Sie fokussiert und versuchen Sie nicht, zu viele Aspekte in der kurzen Zeit unterzubringen, weil Sie denken, damit das meiste aus Ihrem Video-Budget herauszuholen. Haben Sie zwei wichtige Botschaften, dann sollten Sie zwei Clips daraus machen.

Verbreiten Sie Begeisterung
Fast allen Menschen schmeichelt man, wenn man sie dazu auffordert, vor die Kamera zu treten und etwas über das zu erzählen, womit sie sich besonders gut auskennen. Die meisten Executives fühlen sich wohl im Rampenlicht. Sie kennen ihre Themen und können den ganzen Tag darüber sprechen. Hier sind sie in ihrem Element. Was liegt also näher, als dabei die Kamera laufen zu lassen? Sparen Sie sich ein Skript und bereiten Sie höchstens eine grobe Liste mit Fragen als Leitfaden vor, um Ihrem Vorgesetzten im richtigen Moment ein Stichwort zu geben. Bringen Sie seine Augen zum Leuchten. Begeisterung ist bei weitem das beste, was sie über YouTube verbreiten können.

Ein Imagefilm ist aufwendiger zu produzieren als eine Gesprächssituation. Trotzdem kann auch er in zwei Minuten alles Wichtige rüberbringen. Hier kommen auch andere Mitarbeiter aus dem Unternehmen zu Wort, die Produkte und die Herstellung können gezeigt werden. Sie zeigen damit, dass hinter dem Logo, der Marke und dem Geschäftsführer ein wirkliches Unternehmen steht, dass sich täglich für seine Kunden engagiert und deren Probleme kennt und lösen kann.

Ein Corporate Video macht sich gut auf der Landing Page oder auf der “Über uns”-Seite Ihrer Unternehmenswebsite. Platzieren Sie es prominent in Ihrem YouTube-Channel, setzen Sie einen direkten Link dazu in Ihr Twitter-Profil oder in Ihre E-Mail-Signatur, zeigen Sie den Film ihren neuen Mitarbeiter. Das sind wir, das tun wir, das haben wir zu bieten.

Für das Corporate Video haben Sie bereits genug Material aus Interview-Situationen. Vielleicht drehen Sie von Anfang an mehr, immer im Hinterkopf, dass Sie daraus mehrere kürzere Clips schneiden. Auf diese Weise gehen Sie mit Ihrem Marketing-Budget und mit dem Terminkalender der entsprechenden Mitarbeiter verantwortungsvoll um. Solange sich die Firmenphilosophie oder die Führungspositionen nicht verändern, sind diese Art von Clips genauso zeitlos wie ein Corporate Video und Sie können gut fünf bis sechs Jahre damit arbeiten.

Testimonials sind ideal, um Besucher auf Ihr Unternehmen und Ihre Produkte hinzuweisen und Interaktion zu erzeugen. Sie sprechen direkt zu Ihren Kunden, denn die Unternehmen, die Ihre Services bereits nutzen, waren einmal in der gleichen Position wie das Publikum, das sich den Clip anschaut. Sie hatten ähnliche Probleme, die Ihr Unternehmen gelöst hat. Kombiniert mit geschriebenen Case Studies, die detaillierte Ergebnisse beinhalten, lassen sie sich ideal in Ihrer Social Media Strategie verwenden, um neue Kunden zu gewinnen.

Produktübersichten sind anspruchsvoller umzusetzen. Hier müssen Konzepte in ein Skript und in eine visuelle Botschaft übertragen werden, die Ihrem Publikum vermittelt, was genau Sie tun. Verweisen Sie von dem Clip auf die produktorientierten Unterseiten Ihrer Website oder auf Ihren Blog, der immer noch das Tool mit der besten Conversion-Rate ist und Ihre Umsätze steigern kann.

Messen und Events haben den Vorteil, dass viele Ihrer Geschäftspartner und potentiellen Kunden sowie die Verkäufer und die Führungsriege aus Ihrem Unternehmen alle an einem Ort sind. Eine Gelegenheit, die Sie nicht verstreichen lassen sollten, ohne neues Videomaterial zu produzieren.  Hier können Sie die Keynote und viele Experteninterviews filmen und sogar das Bonus-Material mit den Versprechern verwenden, um Ihren YouTube-Channel mit etwas Humor zu würzen und gleichzeitig als sehr aktiv wahrgenommen zu werden.

Vor-Ort- Interviews mit Kunden zu zeigen, dass Ihr Unternehmen nicht nur mit sich selbst beschäftigt ist, sondern in einem regen Austausch mit seinem Publikum und seinen Partnern in der Branche steht. Auf diesem Weg können Sie vermitteln: „Heute reden wir mit Leuten, die schon seit 10 Jahren mit uns zusammen arbeiten“ und zeigen Sie Ihren potentiellen Kunden wie es ist, Sie als Partner zu haben und welche großartigen Beziehung Sie mit Ihren Kunden aufgebaut haben und kontinuierlich pflegen.

Organisieren Sie Ihre Videos in Playlists
Ist der Clip im Kasten und fertig geschnitten, gibt es noch viel zu tun. Denken Sie daran, relevante Links in die Beschreibung einzubauen und auch einen schlagkräftigen Titel zu vergeben, der nicht nur neugierig macht, sondern im besten Falle auch ein paar Keywords aus Ihrer Branche enthält, dasselbe gilt für die Tags. Auch wenn das Logo beim Einstieg in den Cliip nichts zu suchen hat, ist es am Ende umso wichtiger. Hat jemand tatsächlich Ihren Clip bis zum Ende angeschaut, bleibt nach dem Stopp das letzte Bild stehen. Hier sollten Sie Ihr Logo einbauen, denn Sie müssen davon ausgehen, dass der Clip auch auf anderen Websites und Blogs eingebettet wird, ja, das wollen Sie sogar. Organisieren Sie mehrere Videos in aussagekräftigen Playlists, die es für Ihr Publikum einfacher machen, mehr über Ihr Unternehmen zu entdecken.

Vergessen Sie nicht, den Clip auf Ihrer Website oder gleich auf der Landing Page einzubetten. Kann man sich die Inhalte lediglich auf YouTube anschauen, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass Ihre potentiellen Kunden vom nächsten Katzenvideo abgelenkt werden und weg sind sie.

Call-to-Action nicht vergessen!
Bei einem 3-4 minütigen Clip sollten Sie zirka 30 Sekunden einplanen, um Ihr Publikum am Ende dazu aufzufordern, den nächsten Schritt zu gehen und mit Ihnen in Kontakt zu treten. Der Vorspann, den wir am Beginn des Clips nicht haben wollen, jetzt kommt sein großer Auftritt. Jetzt ist der Zeitpunkt, um Lust auf Mehr zu machen. Überlassen Sie das nicht statischen Infografiken und eingeblendeten Slogans. Wenn Sie schon jemanden vor der Kamera sitzen haben, der Ihr Unternehmen leitet, dann sollte er die Möglichkeit ergreifen und sich persönlich dafür an sein Publikum wenden. Sie werden überrascht sein, wie oft danach Sie selbst und andere auf diese Inhalte verweisen, wenn es darum geht, jemandem etwas innerhalb kurzer Zeit etwas über das Unternehmen zu erzählen.

Erfolg durch Video-Content ist einfacher als man denkt
Wenn es eine Sache gibt, die Sie aus diesem Post mitnehmen sollten, dann dass YouTube ein wichtiger Kanal für das B2B-Marketing ist. Falls Sie noch keinen YouTube-Kanal für Ihr Unternehmen eingerichtet haben, dann wird es höchste Zeit. Regelmäßig Video-Content zu produzieren und mit Ihrer Zielgruppe zu teilen ist einfacher als Sie denken. Und es wird Ihnen helfen, Ihre Marke weiter im Internet zu etablieren, wo es noch nicht der Fall ist sowie aus neuen Kontakten Käufer zu machen.

Mit relevantem Video-Content, wie oben beschrieben, werden Sie viel auf Ihre Online Marketing Strategie einzahlen. Videos zu produzieren ist ein sehr interessantes Feld und aufregend für alle Beteiligten. Man begeistert ein neues Publikum für seine Marke und fordert sie dazu auf, mit Ihnen zu interagieren. Gerade die nachwachsende Riege an Entscheidern in den Unternehmen werden Sie damit erreichen. Ein klares Investment in die Zukunft!

  • Daniela

    Sehr gute Zusammenfassung und klasse, dass die jeweiligen Quellen hinterlegt sind. Vielen Dank für den Beitrag!

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